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zur Verfügung. All dies trägt dazu bei, dass sie sich bei uns wohl fühlen. Ta- lentierte und motivierte Mitarbeiter müssen bei ihrer Arbeit glücklich sein und die Möglichkeit haben, im Betrieb zu wachsen und sich selbst zu ver- wirklichen.Wie kann man sich das konkret vorstel- len?Das geht nur mit Schulungen, die aber nicht immer mit Arbeit zu tun haben,z.B. geht es um humanistische Fächer wie Psychologie und Gemeinschafts- kunde, die in einer Hotelfachschule nicht gelehrt werden. Wir bieten auch Musikkurse an. Ich selbst halte einen zur Entstehung der Rockmusik in den Siebzigerjahren. Ein Mitarbeiter hat durchaus das Recht zu hinterfragen, ob er den richtigen Beruf gewählt hat. Wie ich zum Beispiel: Vielleicht wäre ich besser Musiker geworden (lacht)...Wir schaffen bewusst Wohlbefinden, indem wir den Menschen wertschät- zen, weil es Freude bereitet, uns um andere zu kümmern. Das ist unsere Mission. Hinzu kommen die Liebe zum Detail und mein radikales Denken, auch wenn das mit Sicherheit pola- risiert. Geliebt werde ich dafür be- stimmt nicht...Wo sehen Sie den Wintertourismus in zwanzig Jahren?Ein Drittel der existierenden Skire- sorts in den Alpen wird es nicht mehr geben. Unter 1.500 Meter wird der Skitourismus scheitern. Ein Drittel der Tourismusgebiete wird sehr stark von der geopolitischen Situation abhän- gig sein und ein weiteres Drittel wird wirtschaftlich sehr gut klar kommen. So auch das Dolomitengebiet, weil der Zusammenschluss der Pisten da und die künstliche Beschneiung möglich ist. Das kann einem gefallen oder auch nicht.Stichwort Mobilität: Wie soll ein Gast in zwanzig Jahren ins Hotel La Perla kommen?Wenn wir in absehbarer Zeit nicht ein sinnvolles Mobilitätskonzept um- setzen, werden wir in Zukunft keinen Erfolg haben. Der Gast muss sich be- wegen können, aber mit Einschrän- kungen und Regeln. Die Pässe müssen geschlossen werden. Das ist nicht uto- pisch, wenn man über eine Zugverbin- dung Corvara-Bruneck reden würde. Technisch ist alles möglich, es geht nur um Zeit und Geld. Plus: Zu viel Touris- mus schadet. Wir müssen darauf ach- ten, dass unsere Destinationen nicht zu Tourismusdörfer werden.De facto leben Sie aber in einem der übernachtungsstärksten Dörfer im Al- penraum...Ich bin auch nicht glücklich, wie es derzeit um Corvara steht. Es sind einfach zu viele Gäste da. Das rege- nerative Zusammenspiel zwischen den Einheimischen und den TouristenWas, wenn ein Mitarbeiter den Wunsch hat, den Betrieb zu verlassen?Da wir ein Leading Hotel of the World sind, können wir unseren Mitarbeitern auch andere Arbeitsplätze anbieten. Seit zwei Jahren ist eine interessante Zusammenarbeit mit dem Hotel Pelli- cano in Porto Ercole und dem La Posta Vecchia Hotel in Ladispoli entstanden, die es uns ermöglicht, Mitarbeiter aus- zutauschen. Sie müssen nicht bei uns bleiben, sie dürfen ruhig die Welt se- hen... Darüber hinaus bieten wir die Möglichkeit, einen Jahresvertrag abzu- schließen.Es ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter eine gewisse Sicherheit haben, um ihr Leben zu gestalten, eine Familie aufzu- bauen oder ein Darlehen für ein Haus aufzunehmen.Vor kurzem haben Sie ein Hotel in der Toskana eröffnet. Was waren die Be- weggründe?Ich habe gezielt ein Hotel in Italien ge- sucht, weil ich das Land so sehr liebe. Ich würde niemals in ein Hotel in Ös- terreich oder Deutschland investieren. Ich mag einfach die Italiener und ihre Kultur. Gekauft haben wir es letztend- lich, weil uns der Platz so fasziniert hat. Immerhin befindet sich das Hotel Posta Marcucci im Orcia Tal, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Das Haus wurde 1956 erbaut, genau wie das La Perla, und hat sehr viel Charme. Es ist kein superluxuriöses Hotel, son- dern ein normales, familiäres 3-Ster- ne-Haus in einer wundervollen, sehr ruhigen Lage.Was sind die Stärken des Hotel La Perla?UPGRADE 15


































































































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